Im Frühjahr bzw. Frühsommer 2025 startete der Minecraft-Film in den deutschen Kinos. Ich selbst war zwar nicht im Film, habe jedoch einige Ausschnitte auf verschiedenen Portalen gesehen. Dabei kam mir die Idee, ob sich das Prinzip der Blockbauweise nicht auch für mein zweites Hobby – die Weihnachtsbeleuchtung und -dekoration – nutzen ließe.
Eine Weihnachtsdeko aus übergroßen Bausteinen? Der Gedanke ließ mich nicht mehr los.
Klemmbausteine – Die Suche nach einer Basis
Also machte ich mich auf den bekannten 3D‑Druckportalen auf die Suche nach geeigneten Vorlagen.
Zwar fand ich zahlreiche Dateien für Klemmbausteine bzw. Bricks, doch die meisten ähnelten stark einer bekannten Marke und waren entsprechend kompatibel. Zudem sah ich keine Möglichkeit, diese Modelle sinnvoll auf XXL Klemmbausteine hochzuskalieren.
Vom MIDI‑Stein zum XXL Klemmbaustein
Ich begann daher, meinen ersten eigenen Klemmbaustein in FreeCAD zu konstruieren – zunächst in einer mittleren Größe. Das Rastermaß legte ich auf 35×35×15 mm fest, also einen 1×1‑Stein mit Basishöhe. Statt eines runden Kopfes entschied ich mich bewusst für eine achteckige Form.
Kurz darauf folgten die Rastermaße 1×2 (35×70×15 mm) und 1×3 (35×105×15 mm), sodass ich erste Tests zur Klemmkraft durchführen konnte. Dabei stellte sich schnell heraus: Das Thema Toleranzen würde mich noch intensiv beschäftigen.
Das korrekte Flussverhältnis ermitteln
Ich musste feststellen, dass ich es in der Vergangenheit mit der Genauigkeit des Flussverhältnisses bzw. Extrusionsfaktors nicht ganz so ernst genommen hatte. Bei den ersten MIDI‑Drucken zeigten sich deutliche Schwankungen in der Klemmkraft. Also beschloss ich, das Flussverhältnis im verwendeten Slicer sauber zu ermitteln.
Nach mehreren Testdrucken fand ich schließlich einen Wert, der eine stabile Klemmkraft erzeugte – sogar frei hängende Steine hielten problemlos.
Spoiler: Das Thema sollte mich später noch weiter beschäftigen. Dazu folgt irgendwann ein eigener Beitrag.
Der Schritt zu den XXL Klemmbausteinen
Nachdem die MIDI‑Version funktionierte, war es Zeit für den nächsten Schritt: die Konstruktion und Herstellung der ersten XXL Klemmbausteine.
Materialaufwand reduzieren – aber richtig
Bevor ich mit den ersten Testdrucken der großen Steine beginnen konnte, musste ich überlegen, wie sich der Materialverbrauch reduzieren lässt, ohne die Stabilität zu gefährden. Gerade bei großen Bauteilen wird Filament schnell zum Kostentreiber – etwas, das man bei kleineren Drucken kaum bemerkt.
Also folgten zahlreiche Testdrucke mit unterschiedlichen Innenstrukturen, Wandstärken und Infills. Diese lieferten erste Richtwerte zu Druckkosten, Festigkeit und Steifigkeit der geplanten Weihnachtsdekoration.

XXL Klemmbausteine – Das Thema Toleranzen kehrt zurück
Schon bei den MIDI‑Steinen hatte ich gelernt, wie sensibel Klemmbausteine auf Toleranzen reagieren. Bei den XXL‑Varianten wurde das Thema jedoch noch einmal völlig neu relevant. Ein Zehntelmillimeter Abweichung wirkt sich bei großen Bauteilen ganz anders aus – besonders bei der Klemmkraft.
Es folgten weitere Testdrucke, die viel Zeit und Geld verschlungen haben. Aber genau das gehört zu einer guten Entwicklung dazu.
Back to the Roots – Ein Weihnachtsmann in 2D
Bevor ich noch mehr Ressourcen investierte, entschied ich mich für einen Zwischenschritt: einen Weihnachtsmann in 2D, komplett aus MIDI‑Klemmbausteinen.
So blieben Zeit und Materialaufwand überschaubar, und gleichzeitig entstand eine solide Basis für eine spätere Umsetzung im XXL‑Format.

Mein Fazit
Die Reise von der ersten Idee bis zum fertigen Stein zeigt: XXL Klemmbausteine sind weit mehr als nur hochskalierte Spielzeuge. Sie sind ein technisches Projekt, das Präzision und Geduld erfordert.






